Lizy hat sich eine Boot-Pause gegönnt und ist von Trinidad nach Deutschland geflogen. Ich wollte nicht alleine in Trinidad bleiben und daher entschied ich mich, weiter nach Tobago zu segeln. Um von Trinidad nach Osten zu kommen gibt es im Grunde zwei Möglichkeiten. Den direkten Weg gegen den Strom und den Wind. Den wollte ich nicht angehen. Oder zurück nach Grenada zu fahren um dann, nördlich von Grenada startend, einen direkten Kurs nach Tobago zu segeln.
Am 27.07.2026 klarierte ich in Trinidad aus. Trotz der großen Anzahl an Papieren, die ich mit Kohlepapier ausfüllen musste, war ich nach 30 Minuten mit allen Formalitäten fertig. Kein Vergleich zu den 6 Stunden beim Einklarieren.
Nach dem Mittag machte ich die Leinen los und fuhr zur Tankstelle. Hier war der Diesel günstiger als im Rest der Karibik. Das letzte Mal habe ich vor einem halben Jahr auf den Kap Verden getankt. Für 1,50€/l machte ich den Tank und alle Kanister voll. Gegen 14 Uhr setze ich dann Segel nach Grenada.
Der erste Teil der Fahrt war sehr schön. Doch dann kam der Wind leider zu nördlich und der Strom versetzte mich noch weiter nach Westen. In der Nacht entschied ich, mit dem Motor ein Stück nach Osten zu fahren, damit ich nicht an Grenada vorbei segelte.
Gute 2 Stunden tuckerte Serafina unter Motor gegen den Strom. Das brachte mich so langsam wieder auf meine Route. Dann kam der Wind aus Osten. Nun wollte ich wieder die Segel setzen. Ich war gerade am Mast, als ich ein Piepen hörte. Eventuell war das Piepen schon länger da. Als ich realisierte, dass dies der Motor war, sprintete ich zurück zum Cockpit und schaltete ihn sofort aus. Anschließend zog ich zunächst die Genua und setzte dann das Großsegel auf einem Amwindkurs.
Der Alarm vom Motor war der Hitzesensor. Im Schiff roch es auch verbrannt. Ein erster Check ergab, dass nirgends ein Feuer ausgebrochen war. Da war ich sehr erleichtert. Die Sprinkleranlage, die sich über dem Motor befindet, wurde nicht aktiviert. Ich kühlte den Motor für mehrere Stunden ab, bevor ich mich auf die Fehlersuche begab. Zum Glück konnte ich mit dem vorherrschenden Wind direkt nach Grenada fahren.

Ich machte mich an die Fehlersuche und Schadensaufnahme. Ein Teil des Turbochargers war so heiß geworden, dass er schwarz geworden war. Ich bemerkte außerdem, dass der Keilriemen locker war. Grund dafür war, dass die Lichtmaschine sich gelöst hatte. Der Keilriemen treibt allerdings die Pumpe für den inneren Kühlkreislauf an. Der Ausfall des inneren Kühlkreislaufes war dafür verantwortlich, dass der Motor überhitzte.
Die Welle war mir gnädig und ich konnte in der Nacht den Keilriemen wieder spannen und die Lichtmaschine festziehen. Um 6 Uhr morgens war der Motor wieder abgekühlt und ich probierte ihn aus. Er tuckerte vor sich hin wie immer. Es schien also alles zu funktionieren. Dennoch wollte ich kein Risiko eingehen und den Motor so wenig wie möglich benutzen. Ich segelte also bis zur Prickly Bay. Ich überlegte sogar, ob ich das Anker-Manöver unter Segel fahren sollte. Die Bucht war sehr stark besucht und somit führte ich das Anker-Manöver unter Motor durch. Obwohl der Motor nicht wirklich heiß geworden war, glühte der Turbocharger erneut. Der Motor hat die Überhitzung wohl doch nicht ganz ohne Schaden überstanden.
Mein Aufenthalt im Süden von Grenada wird sich mit dem Motorschaden erstmal in die Länge ziehen. Ich habe den örtlichen Volvo-Händler kontaktiert, damit er mir beim Tausch des Turbochargers helfen kann. In den nächsten Tagen wird sich zeigen wie gut ich hier an die Ersatzteile herankomme.