In den karibischen Sommermonaten herrscht hier Regenzeit und so kam mal wieder ein kräftiger Schauer herunter, als wir die Leinen vom Steg losmachten. Wir fuhren zur westlichsten Insel, nach Chacachacare. Dort angekommen, hatten wir die Bucht für uns alleine und genossen die Ruhe. Nach mehreren Wochen Industrielärm und Partybooten fanden wir die Ruhe sehr erholsam. Beim ersten Besuch an Land wurden wir von so vielen Mücken gestochen, dass wir schnell wieder den Rückzug antraten. Als ein regenfreier Tag angekündigt war, erklommen wir den 320 m hohen Hügel, auf dem ein ausrangierter Leuchtturm steht. Dieser ist nun ganz von den schwarzen Geiern in Beschlag genommen worden. Vom Hügel hatte man eine gute Sicht über die ganze Insel und wir konnten bis nach Venezuela schauen.


Auf dem Heimweg pflückten wir einige Avocados, welche hier am Baum wuchsen.

An den Stränden lag leider sehr viel Müll herum, was das Naturerlebnis erheblich beeinträchtigte. Doch hatten wir davon bereits gehört und so traf uns dieser Anblick nicht unvorbereitet.
Tags darauf trafen unsere Freunde mit der „Chacachacare-Clean-Up“-Mannschaft ein. Niels und Sonja von der Marysol organisierten gemeinsam mit der Werft Peaks einen „Clean-up-Day“. Zusammen waren wir gut ein Dutzend Leute, die sich vorgenommen hatten, etwas von dem Müll von den Stränden der Insel zu beseitigen. Nach einigen Stunden kamen 165 kg Müll in 30 großen Müllsäcken zusammen, die mit der Unterstützung von Peaks Boatyard zum Festland gebracht wurden. Ein großer Erfolg.

Am folgenden Tag gingen wir wieder wandern. Diesmal sollte es zum Salzsee gehen. Für die Wanderung haben wir extra lange Hosen angezogen und uns gut mit Antimückenspray eingesprüht. Der Weg durch den Wald war stark verwachsen, aber immerhin gut gekennzeichnet. Während der ganzen Zeit schwirrten die Mücken um uns herum. Das Mückenspray und die Bekleidung halfen zum Glück.


Da es die letzten Tage viel geregnet hat, war das Ufer des Salzsees sehr matschig. Der See hat einen 5-fachen höheren Salzgehalt als das Meer. Das matschige Ufer lud uns nicht wirklich zum Baden ein.
Auf dem Rückweg legten wir einen kurzen Zwischenstopp ein, um einige verlassene Häuser zu erkunden – stumme Zeugen jener Zeit, als die Insel eine Leprakolonie beherbergte und eine Nonnensiedlung, die der Krankenpflege diente. Im Jahr 1984 wurde die Leprakolonie auf der Insel aufgelöst und die Patienten wurden anschliessend in Krankenhäusern in Port of Spain weiterbehandelt. Wir gingen zum alten Krankenhaus und zur Kapelle. Angeblich soll es hier spuken. Jedenfalls werden solche Geschichten über die Insel erzählt. Zunächst fallen einem die Geräusche auf, die wirklich seltsam sind. Fauchende Geräusche. Geräusche, wie sie ein Strohbesen macht. Etwas merkwürdig ist das schon. Treibt hier ein Geist sein Unwesen?


Bei unserem ersten Besuch waren uns die Geräusche ein Rätsel. Beim zweiten Besuch war uns dann klar: Hier sind die Geier in den Dachstuhl eingezogen. Na also, in diesem Haus treiben die Geier ihr Unwesen. Es gibt für alles eine Erklärung.
Es gab noch weitere Pfade und Ruinen auf der Insel, die wir erkunden wollten. Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg zur ehemaligen Leprakolonie der Männer und zu einem Hindu-Tempel. Dieser Weg war so stark zugewachsen, dass wir wieder umkehrten. Wir beschlossen die Orte mit dem Dinghy anzufahren. Viele Häuser sind schon eingestürzt und stark vermodert. Wir begnügten uns mit einem Blick von außen.
