Unser letzter Beitrag ist schon eine Weile her. Nach einer langen Beitragspause haben wir uns die Zeit genommen, um die letzten Tage auf Grenada und Trinidad zu beschreiben.
Nach unserem arbeitsintensiven Aufenthalt in der Werft blieben wir zur Entspannung noch zwei Wochen in der Prickly Bay in Grenada vor Anker. Somit blieb genug Zeit um noch an einem Samstag am wöchentlichen“Hash Run“ teilzunehmen. Dies ist eine Art Schnitzeljagd, bei der man wandernd oder joggend teilnehmen kann. Der Weg wird von Papierschnipseln angezeigt. Er ist sehr populär unter Einheimischen, wie auch unter Besuchern. Wir hatten das Glück noch ein paar andere deutsche Segler zu treffen und nahmen gemeinsam am Hash Run teil.

Nachdem alle wieder am Ziel angekommen waren, ging der gemütliche Teil los. Bei Barbecue und Getränken saßen wir noch bis es dunkel wurde zusammen.
Ende Mai sollte es dann weitergehen nach Trinidad. Die Ankunft hatten wir bereits bei der dortigen Ausländerbehörde gemeldet und den notwendigen „Float Plan“ für die Küstenwache geschickt. Wir mussten nur noch am nächsten Morgen ausklarieren und die Segel setzen. Allerdings kam an jenem Morgen ein unerwartetes Problem mit der Toilette auf. Sie war verstopft und ohne Toilette konnten wir nicht los fahren. Da mit der Verzögerung das Wochenende anstand und wir nicht außerhalb der Öffnungszeiten der Ausländerbehörde ankommen wollten, blieben wir das Wochenende nochmals in Grenada.

Am Sonntagnachmittag ging es dann los. Wir segelten mit 18–22 Knoten Wind hoch am Wind. Der Äquatorialstrom versetzte uns so stark nach Westen, dass wir keinen Halbwindkurs, sondern einen Am-Wind-Kurs fahren mussten. Ansonsten verlief die Nacht sehr ruhig. Es kamen keine Squalls und lediglich ein Motorboot überholte uns. Kurz vor Trinidad kamen mehrere Segelboote auf einmal an. Ich zählte mit uns 4 Schiffe. Wir alle wollten noch rechtzeitig durch den „Dragon’s Mouth“. Der Strom läuft im Dragon’s Mouth in der Regel Richtung Norden. Wenn es stark geregnet hat, dann treibt der Orinoco Fluss so viel Wasser ins Meer, dass Strömungen von 3–4 Knoten im „Dragon’s Mouth“ herrschen. Wir passierten diese Engstelle mit etwa 1 Knoten Strom gegen uns. Innerhalb des Dragon’s Mouth war die Windabdeckung vom Land vollends da. Wir nahmen die Segel herunter und fuhren mit dem Motor weiter nach Chaguaramas. Dort setzten wir den Anker und machten das Dinghy startklar.
Wir passierten diese Engstelle mit etwa 1 Knoten Strom gegen uns. Innerhalb des Dragon’s Mouth war die Windabdeckung vom Land vollends da. Wir nahmen die Segel herunter und fuhren mit dem Motor weiter nach Chaguaramas. Dort setzten wir den Anker und machten das Dinghy startklar.
Nach dem Mittag fuhren wir los zum Einklarieren. Wir hatten schon einige Geschichten gelesen und gehört, dass die Prozedur sehr langwierig und mühsam ist. Denn auch die Yachten müssen die gleichen Dokumente ausfüllen wie die großen Tanker und Containerschiffe. Dazu kommt, dass der Prozess nicht digitalisiert ist. Und somit müssen eine Menge Formulare mehrfach mit Kohlepapier (ja, Kohlepapier gibt es noch) ausgefüllt werden. Man ist gerade dabei den Prozess zu ändern und zu digitalisieren. Dies ist leider noch nicht geschehen als wir ankamen. Und somit verbrachten wir den halben Tag damit zu mehreren Behörden zu laufen und die selben Formulare mehrfach auszufüllen.
Anschließend verbrachten wir einige Wochen am Dock in einer der Werften in Chaguarama. Wir hatten noch die Reparatur des Autopilots auf der Liste und bestellten beim Segelmacher zwei Sonnensegel, welche für unser Schiff maßgeschneidert wurden.

Dazwischen blieb Zeit für ein paar Ausflüge auf die Insel. Mit unseren Rädern fuhren wir zur „Bamboo Cathedral“ und zu einem Lost Place, einer alten Radarstation der Amerikaner auf einem Hügel. Bei dem schwül-warmen Klima, dass hier dieser Jahreszeit in Trinidad herrscht, ist das Erklimmen des Hügels eine schweißtreibende Angelegenheit. Der Ort war sehr sehenswert und lohnte am Ende die Mühe.



Das nachfolgende Projekt am Schiff kam dann per Luftpost an. Das Pakete wartete beim Zoll auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht. Wir fuhren mit dem Dinghy zum Zoll und nahmen ein grosses Paket mit 40 kg Gewicht in Empfang: Unser neuer Wassermacher.

Das Projekt „Einbau vom Wassermacher“ benötigte mehrere Tage. Beim Einbau mussten viele Anforderungen bezüglich der Ein-und Auslässe berücksichtigt werden. Die Filter und die Pumpe durften vom Einlass nicht weit entfernt liegen und alle Teile mussten unterhalb der Wasserlinie positioniert sein. Die Hauptmembran musste zum Glück nicht unterhalb der Wasserlinie sein. Einen Ort für diesen Teil zu finden war nicht einfach. Es ist der größte und schwerste Teil des Wassermachers. Die Hauptmembran darf nur liegend oder auf der Seite stehend montiert werden durfte. Serafina hat eine Menge Stauraum. Allerdings sind diese nicht groß genug. Es fehlte irgendwo immer ein paar Zentimeter und hochkant durfte die Membran nicht gestellt werden. Und somit opferten wir ein Teil der Backskiste für die Hauptmembran.


Nach ein paar Tagen war der Einbau geschafft. Wir hätten gerne den Wassermacher direkt getestet. Doch war uns das Meerwasser am Dock der Werft zu schmutzig. Der erste Einsatz ließ demnach auf sich warten. Nach der harten Arbeit freuten wir uns darauf, weiter zur unbewohnten Insel Chacachacare zu fahren. Mehr dazu gibt es im nächsten Beitrag.