Ende Januar 2026 ging es dann weiter in Richtung Süden zur nächsten Insel, St. Lucia. Die Fahrt verlief sehr angenehm und wir konnten das Segeln einfach genießen. Angekommen sind wir in der Rodney Bay. Ein Teil der Rodney Bay wird von der Halbinsel „Pigeon Island“ gebildet. Die Halbinsel wurde im 18. Jahrhundert als Militärstützpunkt verwendet und ist heute eine eintrittspflichtige Parkanlage mit Museum und Strand. Man kann die Ruinen der alten Militärbauten besichtigen. Die Halbinsel hat zwei Aussichtspunkte, auf die man hinaufwandern kann. Der Blick rüber nach Martinique und über die Rodney Bay ist fantastisch.


Unser nächster Stopp war in der Marigot Bay, wo wir ein paar Tage vor Anker lagen. Hier wurden schon mehrere Filme gedreht, u. a. Dr. Doolittle in den 1960er Jahren. An einem Abend sind wir in die Bar „Chateau Myago“ gefahren. Die Bar ist zum Wasser hin offen, so dass wir direkt mit dem Dinghy in die Bar gefahren sind.

Hier waren überall lustige Sprüche angebracht. Nachdem wir gerade die Seewasserpumpe vom Dieselmotor in der Rodney Bay repariert haben, passt der unten stehende Spruch am besten.

Auf dem Weg von Martinique nach St. Lucia waren wir recht langsam. Ein Blick unter das Schiff verriet die Ursache: Mittlerweile hatten sich recht viele Pocken unterm Kiel angesammelt. Hauptsächlich an den Stellen, an denen das Schiff im Winterlager auflag. Aber auch am Schiffsrumpf sammelten sich einige Pocken an. 100 % Schutz vor Bewuchs gibt es eben nicht. Ich nutzte die Zeit und machte das Unterwasserschiff wieder sauber.
Auf der Weiterfahrt in die Chastanet Bay zeigte sich dann, dass sich das Säubern des Unterwasserschiffs gelohnt hat. Wir machten wieder sechs Knoten und waren in kurzer Zeit in der Chastanet Bay. Diese liegt in einem Marine-Reservat, weswegen man hier nicht mehr ankern darf. Stattdessen stehen Mooringbojen in begrenzter Anzahl bereit und es gilt, eine freie zu erhaschen. Ein Boat-Boy fing uns vor der Bucht ab und organisierte uns eine freie Boje. Anschließend half er uns mit dem Anlegemanöver an der Boje. Die Chastanet Bay ist komplett von zwei Resorts umgeben. Seglern und Gästen, die mit dem Wassertaxi kommen, steht der Besuch jedoch offen. Hier gibt es einen sehr schönen Schnorchelbereich am Riff. In den gemütlichen Stühlen am Dock sitzend, hatten wir einen wunderschönen Ausblick auf den Petit Piton.


Weiter im Süden besuchten wir die Stadt Soufrière, wo man dem landschaftlichen Highlight der Insel schon sehr nahe ist: den beiden Vulkanschloten, die hier „Pitons“ genannt werden. Wir hatten das Glück, die sympathische Crew eines kanadischen Schiffes kennenzulernen. Gemeinsam haben wir uns zu einigen Sehenswürdigkeiten der Region aufgemacht. Wir stiegen auf einem Trail zum nahegelegenen Aussichtspunkt der Pitons hinauf, badeten im vom Vulkan erwärmten Wasser der Piton-Wasserfälle und genossen ein typisches, lokales Essen in einem hübschen Restaurant. Aber noch hatten wir den Strand zwischen den Pitons nicht gesehen und so machten wir uns tags darauf mit beiden Schiffen auf zu Sugar Beach.




Unser Aufenthalt in St. Lucia ging so langsam zu Ende. Wir fuhren für zwei Tage nochmals in die Bucht vor Soufrière, um uns für die Überfahrt nach St. Vincent & Grenadinen vorzubereiten. Am Dinghy-Dock konnten wir unseren Wasservorrat aufstocken. Tags darauf klarierten wir aus und kauften nochmals weitere Lebensmittel ein. Zurück am Schiff bemerkten wir, dass sich unsere Leine sehr merkwürdig um die Mooringboje gewickelt hatte. Sie hing an der Verankerung der Boje fest. Wir befestigten Serafina mit einer zweiten Leine an der Boje und konnten dadurch die erste entwirren. Alles bereit für die nächste Überfahrt nach St. Vincent.
