In der Werft

Nach gut einem Jahr steht Serafina wieder an Land.

Die Antifoulingfarbe, die wir vor einem Jahr aufgetragen haben, hat sich für die Karibik nicht bewährt. Für ein Antifouling auf Silikonbasis fahren wir zu wenig. Außerdem scheint die Farbe sehr empfindlich gegen Stöße zu sein. An ein paar Stellen ist sie abgeblättert. Eventuell haben wir mal den einen oder andern Gegenstand im Meer touchiert. Wie dem auch sei. Da wird diese Antifoulingfarbe in der Karibik nicht bekommen konnten, entschieden wir uns die Art des Antifouling zu wechseln.

Vorher musste die gesamte Farbe runter … mal wieder. Am schnellsten geht dies mit Sandstrahlen. Wir standen nun an Land und organisierten die Arbeiten mit der Werft. Die Werft sollte die alte Farbe entfernen und eine neue Grundierung auftragen. Die Grundierung schützt das GFK ebenfalls vor Osmose. Für das Sandstrahlen entfernten wir die Opferanoden am Propeller und beim Bugstrahlruder. Eine Opferanode ist vom Bewuchs nicht verschont geblieben.

Maritimes Leben auch auf den Opferanoden.
Am Propeller gab es zum Glück nur wenig Bewuchs. Der untere Flügel ist bereits gesäubert.
Beim linken Propeller sieht man noch die Reste vom Bewuchs und vom Antifouling.

Nachdem die Arbeiten besprochen waren, kam das verlängerte Wochenende. Das Sandstrahlen würde nicht vor Montag beginnen. Also machten wir andere Arbeiten auf dem Schiff, die ebenfalls anstanden. Nach gut einem Jahr musste der Außenborder und der Volvo Dieselmotor gewartet werden. Beide Motoren bekamen einen Ölwechsel und sämtliche Filter für Öl und Treibstoff haben wir auch ausgetauscht.

Wartung des Außenborders.

Auch die Winchen wollten mal wieder ein neues Fett sehen. Nachdem wir genügend Zeit hatten, haben wir alle Winchen gesäubert und mit neuem Fett versehen.

Jeden zweiten Abend trafen wir Ingrid und Gunnar von der „Sailors Home“ in der Bar „OneLove“, die direkt neben dem Werftgelände lag. Ingrid und Gunnar trafen wir bereits auf St. Vincent. Nun waren die Beiden zur selben Zeit in der Werft und bereiteten ihr Schiff für das Sommerlager vor. Wir hatten immer etwas zu besprechen und tauschten unsere Erfahrungen aus. Gunnar hatte noch eine Poliermaschine an Bord. Die brauchten sie nicht mehr, da ihr Boot foliert war. Polieren stand auch noch auf meiner Liste und so ergab sich eine gute Gelegenheit eine Poliermaschine zu bekommen. Gunnar musste die Poliermaschine nicht mit dem Flieger nach Hause nehmen und ich konnte selber mein Schiff polieren.

Am Montagmorgen wurde Serafina auf den Platz zum Sandstrahlen verlegt. Wir verschlossen alle Fenster und Türen und gingen einkaufen. Fürs Mittagessen waren wir kurz an Bord. Alle Fenster und Türen mussten geschlossen bleiben, da sonst zu viel Sand ins Schiff kommt. Das Thermometer zeigte 32° an. Uns war es viel zu warm im Schiff und so flüchteten wir ins nahe gelegene Café und erledigten ein paar Büroarbeiten.

Serafina beim Sandstrahlen.

Leider dauerte das Sandstrahlen nicht die geplanten 2-3 Tage, sondern ganze 5. Das Leben auf dem Sandplatz war nicht einfach. Das ganze Schiff war voll mit Sand und so richtig konnten wir diesen nicht aus dem Schiff halten. Dabei muss man sagen, dass wir während der Arbeiten weiterhin auf dem Schiff gewohnt haben.

Der feine Sand ist einfach überall und so richtig konnten wir ihn nicht vom Wohnraum fernhalten.

Am Freitagnachmittag war dann die Arbeit von der Werft endlich vollbracht. Am Wochenende konnten wir dann das Antifouling darauf Streichen. Dafür mussten wir zunächst die Wasserkante abkleben.

Beim Abkleben. Hier sieht man ganz gut den Sand vom Sandstrahlen.
Schicht auf Schicht kommt das Antifouling aufs Schiff.
Und nun die nächste Schicht.

Die Stützen konnte man einfach selber verschieben, solange man jeweils nur eine bewegte. Für die Stellen, auf denen der Kiel auflag, ging das natürlich nicht. Hier wurde ein Hubwagen benötigt. Da der Hubwaagen für den Tag nicht mehr verwendet wurde, konnten wir den Kiel im schwebenden Zustand bepinseln.

Serafina im Hubwagen.

Serafina wurde am nächsten Tag auf einen normalen Platz gefahren. Nach einer Woche Sandkasten waren wir froh weg vom Sand zu kommen. Da der Hubwagen wieder gebraucht wurde, mussten wir das Schiff noch einmal auf die Stellen setzen, die bereits fertig waren. Für die letzten beiden Schichten mussten wir nochmal unter den Kiel kriechen.

Die Katzen in der Werft entspannen sich lieber.

Die Arbeiten in der Werft haben länger gedauert als geplant. Da wir uns schon außerhalb des Hurrikan-Bereichs befanden, gab es für uns keinen Zeitdruck. Und wir konnten ohne Probleme den Termin zum Einwässern verschieben. Dies ermöglichte es uns die Außenhaut nochmal zu polieren.

Nach gut 2 Wochen geht es wieder ins Wasser.

Nachdem Zuwasserlassen verlegten wir Serafina wieder auf den Ankerplatz in der Prickly Bay. Nach gut zwei Wochen wurden wir wieder von den Wellen in den Schlaf geschaukelt.