Wir lagen ein paar Tage vor Grand Anse, einem großen und populären Badestrand von Grenada. Leider kam in die Bucht ein erheblicher Schwell, sodass es ziemlich stark rollte an der Mooringboje. Also zogen wir weiter zum südlichen Teil von Grenada. Die Buchten im Süden liegen alle weiter östlich. Das bedeutete, dass wir ab dem südwestlichen Landpunkt gegen Wind, Welle und Strom aufkreuzen mussten. Wir hatten 25 Knoten Wind und eine recht kurze 2 m hohe Welle. Nach etwa 2 Stunden sportlichem Segeln haben wir nicht wirklich Strecke gemacht. Die restlichen 2 Seemeilen in die Prickly Bay haben wir dann unter Motor zurückgelegt. Hier lagen bereits viele Yachten vor Anker oder an einer Mooringboje. Da der Süden von Grenada als „Hurricane Hole“ gilt, lassen viele Segler ihre Yacht hier und fliegen während des Sommers heim. Wir machten ein paar Einkäufe und Spaziergänge an Land. Nachdem auf den vorigen Inseln häufig nur wenig Infrastruktur vorhanden war, wie z.B. Bars, Restaurants, freuten wir uns in Grenada darüber, dass es stets genug davon gab. In der Prickly Bay konnte man sogar zwischen zwei Waterfront-Restaurants wählen. Da zu dem Zeitpunkt Wellen in die Bucht kamen, fuhren wir zwei Buchten weiter in die Woburn Bay. Da die Bucht von einem Riff geschützt ist, lagen wir nach über zwei Wochen unruhiger Nächte endlich wieder ruhig.

In der Woburn Bay liegt die kleine, unbewohnte Insel Hog. Wir wanderten auf einem schönen Fußpfad von der Marina, über eine Brücke auf die Insel hinüber. Hier gibt es mehrere Strandbars, wo kühle Getränke ausgeschenkt werden. Direkt bei den Hütten kann man mit dem Dinghy anlegen. Die Bar „Hog Paradies“ hat sich als beliebter Treffpunkt der vielen Segler etabliert und wir wurden sehr herzlich von der internationalen Segler-Community aufgenommen.

An einem Tag machten wir einen Ausflug mit den öffentlichen Minibussen. Nach etwa 45 Minuten abenteuerlicher Fahrt sind wir bei dem Wasserfall „Mount Carmel“ ausgestiegen. Der Wasserfall besteht aus zwei Teilen. Der größere Teil ist mit 21 Metern der höchste Wasserfall Grenadas. Hier haben wir uns direkt darunter gestellt und ließen uns von dem kühlen Nass berieseln. Weitere 10 Minuten Fußweg flussabwärts befindet sich eine Kaskade, auf der man in einen Pool herunterrutschen kann. Diesen Spaß haben wir natürlich auch ausprobiert. Da die gefühlte Temperatur derzeit bei 32 °C liegt, ist eine solche Erfrischung sehr willkommen. Zu unserer großen Freude hatten wir diesen wunderschönen Ort ganz für uns allein. Welch ein Glück.


Danach hängten wir noch einen Besuch der Stadt Grenville dran. Der Fischmarkt, die Sehenswürdigkeit der Stadt, wurde gerade umgebaut. In den schmalen Straßen gab es viele Läden und Verkaufsstände. Es herrschte geschäftiges Treiben. Anscheinend „verirren“ sich aber nicht viele Touristen dorthin. Wir kauften ein paar Lebensmittel ein und nahmen dann den Minibus zurück bis kurz vor die Woburn Bay.
Inzwischen wurde es Zeit, dass wir unser vierwöchiges Crusing-Permit verlängerten. Dafür fuhren wir mit dem Schiff wieder in die Prickly Bay, wo wir dies erledigen konnten. Von hier aus konnten wir unkompliziert auch verschiedene andere Ziele mit dem Bus erreichen. Zum Beispiel fuhren wir für einen Strandtag zum Grooms Beach, erledigten weitere Einkäufe in St. George und machten einen Abstecher zu Fort Frederick und Fort Matthew.



Noch immer war die Frage offen, wo wir die Arbeiten am Schiff angehen sollten. Das Antifouling hatte seine Wirkung verloren. Der Bewuchs kam immer schneller zurück und an einigen Stellen ging sogar die Farbe ab. Außerdem stand noch die Arbeit am Ruderkoker an, wo eine Dichtung ausgetauscht werden musste. Infrage kamen Werften in Grenada oder in Trinidad. Von anderen Seglern hatten wir erfahren, dass sich die Preise von Trinidad an Grenada angepasst haben. Außerdem erfuhren wir, dass die Zufriedenheit mit den Arbeiten unterschiedlich ausfiel.
Die Wahl fiel schließlich auf die Werft in der Prickly Bay. Fünf Tage später war es so weit, Serafina wurde ausgewassert.

