Bequia

Die Weiterfahrt von St. Vincent zur nächsten südlicheren Insel Bequia der Grenadinen war gewissermaßen ein Katzensprung. Mit kräftigem Wind von 18–25 Knoten aus Osten waren die etwas mehr als zehn Seemeilen rasch bewältigt. Beim Hochziehen des Großsegels kam die 1,5-m-Welle frontal, was Serafina gehörig durchschaukelte. Zurück auf Kurs fuhren wir mit Halbwind bis raumem Wind zur Insel.

Wir kommen gut voran. Das 2. Reff und ein wenig Vorsegel reichen, um Serafina auf 6 Knoten zu bringen.
Wir lassen St. Vincent hinter uns.

Das Ziel war die wunderschöne und von vielen Jachten aus aller Welt frequentierte Bucht von Port Elizabeth. Beim zweiten Versuch saß dann auch der Anker fest und wir konnten ins Dinghy steigen und uns den Ort anschauen. Das Ankern ist im südlichen Teil der Bucht erlaubt, während im nördlichen Abschnitt Mooringbojen bereitstehen. Wir fahren etwa 5 bis 10 Minuten mit dem Dinghy in den Ort. Entlang der Küste gibt es zahlreiche Anlegestellen für Dinghys, sodass Segler die vielen Bars und Restaurants gut erreichen können. Man muss dazu sagen, dass der Platz zum Anlegen mit Dinghys an allen vorherigen Stellen sehr begrenzt war. Dort kam man sich beim gleichzeitigen An- und Ablegen teilweise vor wie in einem Autoscooter.

Da wir unser Essen an Bord mit einem Gasherd zubereiten, müssen wir etwa alle vier bis fünf Monate eine 11-kg-Gasflasche auffüllen lassen. An einem der Dinghy-Docks gab es einen Händler, bei dem wir die Gasflasche auffüllen konnten. Das war ideal, da wir dadurch am nächsten Tag die schwere, volle Gasflasche nicht so weit tragen mussten.

In der Ankerbucht findet das Leben am und auf dem Wasser statt. Es gibt zwei schwimmende Tankstellen, die nebst Diesel und Benzin auch Wasser, Eis und einen Wäscheservice anbieten. Außerdem befindet sich in der Mitte der Bucht eine schwimmende Bar. Diese bleibt immer an einer Stelle und kann entweder mit dem eigenen Dinghy oder mit einem Wassertaxi angefahren werden.

Die schwimmende Tankstelle inkl. Wäschereiservice.
Die schwimmende Bar.

Am dritten Tag sind wir auf den knapp 300 m hohen Berg „Mount Peggy“ gelaufen. Der erste Teil der Wanderung ging am Sandstrand entlang. Am Ende des Strandes führte der Weg zunächst durch einen Ort und dann steil durch den Wald nach oben. Auf dem Bergrücken nahm der Bewuchs ab, so dass wir bei 30°C in der Sonne liefen. Doch die Mühe zahlte sich aus, denn der Blick über die gesamte Insel war fantastisch.

Auf dem Weg zu Lower Bay, von wo aus es zu Mount Peggy geht.
Auf einem schmalen Pfad geht es die letzten Meter zum Aussichtspunkt.
Die Bucht von Bequia. Irgendwo in diesem Gewimmel liegt Serafina.

An Land gibt es einen schönen Fußweg, der die beiden Strände mit dem Ort verbindet. An diesem Weg liegt ein Garten-Café, das einen sehr leckeren Frappe zubereitet. Wir waren dort fast jeden Tag. Zum Café gehören mehrere Hunde und drei kleine schwarze Katzen. Diese sind so zutraulich, dass sie sogar auf den Schoß springen, um gekrault zu werden.

Ein gemütlicher Rucksack.

Die weiteren Tage verbrachten wir unter anderem mit Schnorcheln. Am nördlichen Ende der Bucht liegt ein versunkenes Schiff, das man beim Schnorcheln erkunden kann. Der Bug des Stratmann-Wracks befindet sich in 5 m Tiefe und das Heck bei 20 m.

Der Führerstand liegt inzwischen zusammengefallen auf dem Deck des Wracks. Es haben sich eine ganze Menge Korallen drangesezt. Auch unter Wasser haben solche Lost Places eine besondere Atmosphäre.

Noch ein letztes Mal die entspannte Atmosphäre der Bucht genießen.

Nach acht Tagen zog es uns weiter und wir setzten wieder die Segel. Auf zur nächsten Insel.