Grenada, Tyrell Bay und St. George

Von Union Island ging es nun auf die Insel Carriacou von Grenada. Als wir an unserem Ziel, der Tyrell Bay, ankamen, waren wir überrascht, wie viele verlassene Boote hier vor Anker bzw. an einer Mooringboje lagen. Einige der verlassenen Segelboote hatten keinen Mast mehr. Zwischen den Booten waren mehrere „Platzhalterbojen“ aus Fendern angebracht. Laut meinem Cruising-Guidebook handelt es sich hier um Unterwasserwracks, in denen sich ein Anker verheddern könnte. Der Hurrikan Beryl scheint auch hier seine Spuren hinterlassen zu haben. Wir suchten uns einen Platz etwas außerhalb des Ankerfeldes.

Die Tyrell Bay. Über 80 % der Boote sind verlassen.
Ein angespültes Fischerboot.

Nach der üblichen Customs- und Immigration-Prozedur gönnten wir uns einen Ankertrunk im sehr schön gestalteten Café am Dinghy-Dock. Dies sollten wir die nächsten Tage noch oft besuchen, da es uns von den Angeboten der Bucht am besten gefiel. In den Ortschaften der Insel waren ebenfalls noch viele Spuren des Hurrikans Beryl sichtbar.

Zu Fuss erkunden wir die Insel und ihre Strände.

Auf dem angrenzenden Werftgelände herrschte emsige Betriebsamkeit. Einige Schiffseigner waren dabei, das Unterwasserschiff ihrer Yachten zu erneuern. Das steht uns in den kommenden Wochen auch noch bevor. Unsere Recherche zu den Attraktionen der Insel ergab, dass es eine kleine vorgelagerte Insel namens Sandy Island gab, wo man gut schnorcheln konnte. Wir unternahmen zwei hübsche Spaziergänge, bevor wir mit Serafina den kurzen Sprung nach Sandy Island machten.

Eine kleine, idyllische Insel namens Sandy Island.

Sandy Island empfing uns mit einer Überraschung. Während wir die Leine der Mooringboje griffen und vertäuten, drifteten wir rasch auf die hinter uns liegende Yacht zu. Um die Gefahr einer Kollision zu bannen, starteten wir mit dem Motor erneut durch, lösten das Schiff von der Boje und sahen zu, wie sie davontrieb. Mit der nächsten Boje hatten wir dann zum Glück mehr Erfolg. Diese war anständig am Boden verankert. Sandy Island wartete mit dem Charme einer unbewohnten Karibikinsel auf uns und so gingen wir schnorcheln und blieben über Nacht.

Weiter ging es zur Hauptinsel von Grenada, in die Hauptstadt Saint George. Dort sind wir in den Hafen gefahren und verbrachten ein paar Nächte. Den Hafen nutzten wir aus, um Serafina, alle Seile und Wanten vom Salz zu befreien. Nach gut einem Monat ohne Frischwasser aus dem Schlauch hatte sich schon einiges angesammelt. Wir wollten natürlich auch etwas von der Insel sehen und entschieden uns für die Fahrt mit den lokalen Minibussen. Es gibt hier allerdings keinen Fahrplan. Der war auch gar nicht notwendig, da alle paar Minuten ein Minibus vorbeifuhr, den man anhalten konnte. Die Straßen hier sind eng, zum Teil sehr steil und sehr kurvig. Eine schöne Wanderung durch den Dschungel führte uns zu den „7 Sisters Waterfalls“. Nicht weit entfernt davon liegt der Grand-Etang-Nationalpark. Hier kann man einen Vulkankratersee besuchen und auf verschiedenen Pfaden durch den Dschungel wandern. Es war die matschigste Wanderung, die wir bis jetzt hatten. Wir mussten ständig über Matschfelder springen und dabei konnten wir nicht immer allen „feuchten“ Stellen ausweichen. Nach gut 1 h 30 min sind wir mit matschigen Sandalen wieder auf festem Untergrund angekommen.

Auf einem malerischen Dschungel-Pfad wandern wir zum Wasserfall.
Wir sind am „7 Sisters Waterfall“ angekommen.
Weniger malerisch, dafür sehr matschig … der Dschungelpfad um den Kratersee herum.
Blick auf den Kratersee von Grand Etang.
Anschließend ging es mit den Minibussen zurück nach St. George.

Nach sechs Tagen verließen wir die Marina wieder und verlegten uns an eine Mooringboje im Norden der Bucht von St. George. An dieser Stelle befindet sich ein Unterwasser-Skulpturenpark, den wir schnorchelnd erkunden wollten. Über 70 Exponate sind in dieser Bucht verteilt. Die Sicht unter Wasser war zunächst nicht so gut. Bei unserem ersten Erkundungstrip erkannten wir einige Statuen in 4 m Wassertiefe. Später hatten wir dann klarere Sicht und fanden weitere Skulpturen.

Zwischen den Riffen stehen die Skulpturen …
… an denen sich Korallen und Schwämme ansiedeln.
Unter Wasser schreibt man bestimmt einen Bestseller.